Rückruf Erboristi Lendi Kreuzkümmel

Im Rahmen von internen Kontrollen auf Kreuzkümmel ganz und gemahlen hat Erboristi Lendi einen hohen Wert an Pyrrolizidinalkaloiden nachgewiesen. Eine Gesundheitsgefährdung kann nicht ausgeschlossen werden. Erboristi Lendi hat das Kantonale Labor und das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit sowie das Veterinärwesen BLV darüber informiert und die betroffenen Produkte umgehend aus dem Verkauf genommen und einen Rückruf gestartet.

Wir bitten alle Kunden, die dieses Produkt gekauft haben, ab sofort nicht weiter zu verwenden und in den Laden zurückzubringen.

Betroffen sind folgende Produkte:

Kreuzkümmel gemahlen
Charge-nummern:
AA2262002B – MHD 28.02.2023 (Streuer)
BA2262002B – MHD 02.2023 (Beutel)
DA2262002B – MHD 04.2023 (Beutel)

Kreuzkümmel ganz
Charge-nummer:
AA2262002A – MHD 02.2023 (Beutel)

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Qualitätsabteilung der Firma Erboristi Lendi unter 091 606 71 70 oder recall@erboristi.ch.

Was sind Pyrrolizidinalkaloiden? Pyrrolizidalkaloide sind Substanzen, die in einigen Wildpflanzen natürlich vorkommen und die wir normalerweise auf Wiesen und an Wegrändern sehen können. Beim Anbau von Kreuzkümmel wachsen auch diese Pflanzen und man sollte immer auf sie achten. Viele Produzenten sind sich dieses Risikos noch nicht bewusst, das erst seit kurzem zum Problem geworden ist. Im konventionellen Anbau werden Herbizide in der Regel vor der Ernte eingesetzt, um diese Unkräuter zu entfernen. Bei Bioprodukten ist dies nicht erlaubt und muss manuell, mit einem grossen Aufwand durchgeführt werden.
Sind Pyrrolizidinalkaloiden für die Gesundheit gefährlich? Da dieses Pyrrolizidin-Problem neu ist, gibt es noch keine gesetzlichen Grenzwerte, sondern nur Studien über die maximale tägliche Aufnahme von Pyrrolizidin, damit das Produkt nicht schädlich ist. Für HBGV (health based guidance value) beträgt z.B. 0,1 μg/kg KG/Tag (pauschales Körpergewicht: 60 kg für Erwachsene) und die tägliche Aufnahme: 1 g gemäss [worst case]. Toxizität ist ein Problem, wenn das Produkt in grossen Mengen und mit einer konstanten Häufigkeit eingenommen wird, was bei Kochrezepten, bei denen weniger als 1% des Gesamtprodukts auf Gewürze entfallen, nicht möglich ist. Das Problem für den Verbraucher entsteht, wenn man unwissentlich so viele Produkte mit einer gewissen Toxizität konsumiert, die sich letztendlich summieren. Selbst beim Rauchen werden giftige Substanzen in den Körper eingebracht, aber es ist die Menge und Konstanz, die dann schwerwiegende Pathologien bestimmt. (Erboristi Lendi, 6986 Curio)